Wartezimmer für Singles

Ich konstruiere einen Raum aus der Zusammensetzung von zwei Wörtern. Diese zwei Begriffe
sind Träger von bestimmten Vorstellungen. Zusammen bilden sie ein unangenehmes, wider-
sprüchliches Duo, das ein Unbehagen hervorruft. Warten impliziert Passivität und bei dem
Wort "Single" spekuliert man zum Gegenteil.

Die Arbeitsumsetzung im Raum ist eine Gedankenmischung aus Wartezimmer- und Urwaldatmosphäre.
Der Aspekt, dass unser Instinkt durch Schlüsselreize einen angeborenen Auslösemechanismus 
hervorruft, hat mich dazu angetrieben, einen künstlichen Urwald für den Single-Ausdruck zu 
verwenden.

Vor dem Wartezimmer haben die Besucher an einem dafür aufgebauten Vorraum ein Formular erhalten,
das sie im Warteraum ausfüllen konnten. Darauf mussten sie sich mit Fragen konfrontieren, die 
mehr über ihre Persönlichkeit erfahren liessen. Mögliche Kontaktangaben zu ihnen konnten
ebenfalls aufnotiert werden. Es lag an den Gästen, sich die Frage zu stellen, ob sie die Sache
ernst oder fiktiv handhaben. Diese Formulare wurden während der Ausstellungsdauer an den 
Wänden des Wartezimmers aufgehängt.

Ein Wer sucht Wen begann.....

Rauminstallation mit diversen Materialien
2017





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